Spaß mit Qwirkle und Schweineschwarte
"Darmstadt spielt": Hunderte machen sich im Darmstadtium über Klassiker und Neuheiten her
Maya muss immer wieder kichern. „Der hat nur eins“, sagt die Siebenjährige diebisch, „ich hab vier.“ Zusammen mit ihrem Opa Bernd spielt sie Eishockey. Unterm Tisch lässt sie mithilfe von Magneten oben ihre Figuren tanzen. Plötzlich reicht es dem Opa: Mit Karacho fliegt sein Spieler übers Feld, haut den Puck ins Tor, und kippt dann um. Das ist fernsehreif – wieder kichert sich Maya kugelig.
„Darmstadt spielt“ heißt die kooperative Veranstaltung vom Spielekreis Darmstadt, dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und dem Darmstadtium. Am Wochenende konnten die Besucher zwischen „gut tausend Spielen“ wählen, wie Spielekreis-Vorsitzender Michael Blumöhr betont. „Wir werden natürlich von den Verlagen stark unterstützt.“ Allein 150 Neuheiten wie „Hippo Hopp“, „Fliegende Teppiche“, „Freitag“ oder „The City“ wurden bei der 17. Auflage dieses besonderen Vergnügens getestet.
Weronika (13) und Milena (12) sind am Samstag mit bei den Ersten, die sich an einen der Tische im großen Saal mit „Schweineschwarte“ zurückgezogen haben. Als der Würfel Lila mit einer 4 zeigt, wirft Milena ihren lila Button ins Schwein, drückt viermal drauf, dann platzt auch schon die Schwarte. Sie hat verloren. „Wir wollen schauen, was es hier so gibt“, sagen die beiden.
Dasselbe wollen auch Anne (21) und Katja (27) tun, die gerade dabei sind, Ringe über den Hals einer kleinen Plastikrobbe zu werfen. „Ab und zu“, sagt Anna, „treffe ich mich mit Freunden zu Spielabenden“. Aber sie seien keine Freaks. Das sind wohl schon eher Philipp und Ines, die, ausgestattet mit einem Picknickkorb, gemütlich den Tag angehen lassen. „Wir bleiben solange, bis die uns rauswerfen“, so der Neunundzwanzigjährige, greift in die Spekulatiusschachtel. Von Kindesbeinen an spielten sie, jetzt wollen sie „Qwirkle“ kennenlernen.
„Das ist eine Spielidee aus dem 16. Jahrhundert“, klärt Schreiner Alfred Frey vom Geschäft „Holz-Bi-Ba-Butze“ aus Büdesheim und meint das „Shuffle-Board“, das er selbst gebaut hat. Architekturstudentin Christina versucht, die Holzscheiben in die Kästchen zu bugsieren, sagt: „Das ist voll schwer.“ Zusammen mit ihrem Freund Sebastian ist sie aus Dieburg gekommen und befindet sich ob der Vielfalt an Brett- und Kartenspielen noch auf Orientierungskurs.
„Ich hab’s am liebsten, wenn ein Spiel so eine halbe Stunde dauert.“ Es müsse Spaß bringen, nicht zu anstrengend und auch nicht zu langweilig sein. Dann kracht’s. Hagen bombardiert das gegnerische Feld und sagt ironisch: „Pädagogisch korrektes Spiel, da lernen schon die Kleinen, was Krieg ist.“
Stets belegt sind Tischkicker und die Carrom-Ecke. Das Darmstadtium wird immer voller. Rund 3000 Besucher seien im letzten Jahr gezählt worden. „Das waren gleich 1000 Besucher mehr, als vorher in der Otto-Berndt-Halle“, betont Michael Blumöhr. Damit die Besucher nicht ewig lange Spielregeln studieren müssen, gibt es im zweiten Stock die Erzählbären. Frank Fleischacker ist einer von ihnen, er hilft einer Vierergruppe, die sich „Qwirkle“ ausgesucht haben.







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